Taijiquan Qigong Verbände Deutschland

 Push Hands Ausbildung

 

Die Alte Form des Stil-Begründers Yang Luchan

Kampfkunst Tai Chi

Neue Lehrgänge zum Wushu-Prinzip von 

Innere Kampfkunst - Äußere Kampfkunst: Ein irreführender Dualismus

Vorbemerkung: Was viele nicht wissen: Der Terminus 內家拳 neijia wird heute in seriösem Kampfkunst-Kontext nicht mehr benutzt. Immer mehr Organisationen, die um die Verbesserung der Wushu-Reputation bemüht sind, weisen darauf hin. Siehe dazu eine Dokumentation über die Seriosität deutscher Taiji Quan Qigong Verbände.

Unter dem Titel "Mix für besseres Taijiquan- das "neue Esperanto"?" beschreiben Instruktoren einen irrititerenden Vorgang:  Viele DTB-Lehrer befremdet Yang Juns "Tipp", andere Familien-Formen zum Verbessern der eigenen Kompetenz zu praktizieren. Man spricht schon von dem "neuen Tai-Chi-Esperanto" und hält die Idee des Linienhalters für absurd. Die Motivation zu einer solchen Äußerung vermuten manche in dem schwierigen Spagat der Doppel-Rolle. Der komplette Essay hier: www.tai-chi-symposium.posture-inside.com

Innere Kampfkunst - Äußere Kampfkunst: Ein irreführender Dualismus

Die Sinnhaftigkeit der Unterscheidung von Inneren und Äußeren Kampfkünsten wurde von fakten-orientierten Kampfkünstlern nie vertreten. Wer die Unhaltbarkeit ignoriert und den Dualismus dennoch als notwendig und sinnvoll propagiert, outet sich dadurch als Nicht-Fachmann asiatischer Kampfkunst. Denn hochentwickelte Stile östlicher Kampfkunst und Selbstverteidigung haben stets "Internals", d. h. innere Aspekte und Prinzipien für das Umgehen mit den Energien des Gegners. Es ist nur so, dass vieles davon Anfängern nicht gelehrt wird insbesondere in traditionell ausgerichteten Familien-Stilen.

Dennoch gibt es im Wushu immer noch Großmeister des Taiji und Qigong, die gern Fiktionen nachhängen nach dem Gleichnis "Des Kaisers neue Kleider". Dies erklärt und beweist der renommierte DTB-Ausbilder Dr. Stephan Langhoff auf Innere Kampfkünste. Der Experte hofft, dass immer mehr Menschen sich von solch irreführenden "alten Hüten" distanzieren und diesen Dualismus nicht länger mittragen.

Videos Youtube Innere Kampfkünste in der DiskussionExperte Dr. Langhoff hat für seine wissenschaftlichen Positionen auch vielbeachtete Lehr-Videos auf Youtube eingestellt. Statt ein bißchen besser zu schlafen, gehe es darum, endlich aufzuwachen. Veranschaulicht wird dies am Beispiel der Yang-Familien-Tradition auf http://www.tai-chi-zentrum.de/yang-familie.htm. Es ist auch nicht nachzuvollziehen, warum bis heute im Chen-Stil-Taijiquan dieser Dualismus aufrecht erhalten wird, wo doch der Shaolin-Ursprung des Chen-Stils deutlich ist.

Der Terminus 內家拳 neijia wird heute in seriösem Kampfkunst-Kontext nicht mehr benutzt. Doch insbesondere daoistische Mönche, Nonnen, Schulen und Sekten, die sich auf Legenden und Zhang Sanfeng berufen, grenzen auch heute noch Wudang-Stile wie Taijiquan,  Baguazhang und Xingyiquan von anderen Wushu-Arten ab, die sie als "äußere" 外家拳 Waijia abwerten.

Eine solche überholte Sicht der Dinge, nämlich "die großen Drei“ des Wushu (Taijiquan, Baguazhang, Xingyiquan) dem gegenüberzustellen, was sie pauschal als "Shaolin" klassifizieren, geht einher mit der Zuschreibung von bestimmten Eigenschaften wie hart-weich oder Muskulatur-Gedankenkraft. Doch jeder, der schon einmal eine Kampfkunst praktiziert hat, die den Namen verdient, müßte schon recht schnell bemerkt haben, dass gerade das Wechselspiel von hart-weich, Muskeln-Gedanken, verbunden-unverbunden die Techniken praktikabel und subtil macht! Man denke nur an hochentwickelte Kampfkünste wie Judo, Aikido, Jujutsu.

Doch selbst wenn man aus Respekt oder Loyalität die Meinung derer teilen würde, die beanspruchen, Tai Chi sei als eine Innere Kampfkunst anders als "Äußere" und zwar aufgrund seiner Prinzipien, so bemerkt man schnell, dass diese Prinzipien alles andere als klar verständlich sind. Der Linienenhalter des Yang-Stils Yang Jun erwähnt bei seiner "Erklärung" des 1. Prinzips, dass Fachleute weit mehr als zehn Deutungen vertreten. Daraus ist zu schließen, das Yang Jun es selbst nicht weiß, was nun zu gelten hat - andernfalls würde er es ja klarlegen, wie man es von einem Linienhalter erwarten kann. Mehr dazu beim Thema Yang Jun.

Innere Kampfkunst Wado-Ryu-Karate mit den Brüdern LanghoffWas manche, "ewig-Gestrige" nicht wahrhaben wolle: Auch Karate hat diese "Inneren Prinzipien" - ganz deutlich in dem auf dem "Wesen der Weide" aufbauende Wado-Ryu-karate von Hironori Otsuka. Es basiert auf chinesischen Wurzeln über den Samurai-Meister Akiyama. Das Wado-Prinzip ist ja keineswegs Muskelkraft. Die Methode basiert vielmehr auf Wahrnehmung und lautet: "Das Weiche besiegt das Harte durch Entspannung, Verbundenheit und Einklang von Körper und Geist ist also belegbar nicht auf "die großen Drei" beschränkt.

Vollends unfachmännisch ist es, den Qi-Begriff als Qualitätskriterium für "Innere Kampfkünste" zu reklamieren, wie es manchmal geschieht. Doch wer das tut, outet sich auch als Nicht-Fachmann. Denn Qigong war und ist ein integraler Bestandteil aller hochwertigen asiatischen Kampfkünste. Dabei dient es stets auch der Gesundheitsförderung und der Entwicklung der Persönlichkeit.

 

Foto-Nachweis: Archiv Innere Kampfkunst Bundesarbeitskreis Taiji-Quan Qigong Verbände Deutschland

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